Stücke Spielzeit 2021 / 2022

Vorbehaltlich weiterer Änderungen, bedingt durch die Pandemie, werden Sie folgende Stücke erwarten dürfen (die Reihenfolge richtet sich nach weiteren Schließungsanordnungen):

derzeitiger Planungsstand 2021 / 2022

März: Blick zurück im Zorn (Drama)

Ausstehende Vorstellungen der ausgefallenen Märztermine 2020 auf März 2021 verschoben

muss aufgrund des Lockdowns bis mind. 07.03.21 und weiterer Beschränkungen für die Theater, voraussichtlich erneut verschoben werden

bisherige Vorstellungstermine:

04.03.2020, 20 Uhr, 05.03.2020, 20 Uhr, 06.03.2020, 20 Uhr, 07.03.2020, 20 Uhr, 08.03.2020, 16 Uhr, 09.03.2020, 20 Uhr, 10.03.2020, 20 Uhr, 11.03.2020, 20 Uhr, 13.03.2020, 20 Uhr

Premiere am 04. März 2020

Schauspiel von John Osborne

mit Janosch Roloff, Dominik Penschek, Leonie Houber, Vanessa Frankenbach

Regie: Stefan Krause

Jimmy Porter, Student ohne Abschluss, bekämpft seine Hoffnungslosigkeit durch mutwilligen Zorn gegen alles gedankenlose Fortwursteln in gesellschaftlichen Zuständen, die Mitte der 50er Jahre noch wie Naturgegebenheiten hingenommen werden. Stolz auf seine Wurzeln in der Arbeiterklasse – Realitätssinn, eine misstrauische Wachheit und eine, nicht unromantische, Solidarität mit allem, was ungeschminkt und echt ist -, sucht er verzweifelt nach einem Glauben, nach der Guten Sache, an die er den Zorn seiner großen moralischen Leidenschaft verschwenden könnte. Politisch liberal und sexuell ein Tyrann, fixiert er seine Frau Alison als hassenswertes Inbild des arrogant lebensunfähigen Establishments und macht sie zur Zielscheibe seines ziellosen Zorns. Ihre Freundin Helena und sein Freund Cliff spielen die jeweils entgegengesetzten Temperamente, und Alisons Vater, Colonel Redfern, verkörpert mit der Resignation über verlorengegangene Empire-Herrlichkeit die Gute Alte Zeit. Er holt seine Tochter nach Hause, aber Alison verliert ihr Kind und kehrt zu Jimmy zurück, der inzwischen mit Helena lebt. Alison und Jimmy bleiben allein und flüchten sich als Eichhörnchen und Bär in einen geträumten Liebeshain, weil sie unfähig sind, einander als Menschen zu ertragen.

April: Die letzten fünf Jahre (Musical)

Verschiebung von Dezember 2020 auf den April 2021!

muss aufgrund des Lockdowns bis mind. 07.03.21 und weiterer Beschränkungen für die Theater, voraussichtlich erneut verschoben werden!!

Der Schriftsteller Jamie und die Schauspielerin Cathy lernen sich kennen und lieben. Doch es nicht alles Gold, was zunächst verheißungsvoll glänzt: Von den Höhe- und Tiefpunkten ihrer fünfjährigen Ehe erzählt das Musical „The Last Five Years“.

Die Handlung beginnt mit den Erinnerungen aus der Perspektive von Jamie, der vom ersten Rendezvous über die Hochzeit bis zu ihrer Trennung zurückblickt. Im Gegenzug wird die Geschichte auch von Cathy geschildert, nur dass sie ihren Rückblick mit der Scheidung eröffnet und mit dem ersten gemeinsamen Abendessen endet.

Mit vielen Solonummern, darunter „Mooving Too Fast“ und „Climbing Uphill“, und Duetten wie „A Miracle Would Happen“ und einer sanften Musik, die den lyrisch-sehnsuchtsvollen Texten entspricht, schuf Jason Robert Brown ein Musicaljuwel über eine gescheiterte Liebesbeziehung zwischen Mann und Frau.

2014 verfilmt mit Anna Kendrick und Jeremy Jordan

Mit Tamara Peters und Florian Albers

Regie: Stefan Krause, musikalische Leitung: Theo Palm, Liedeinstudierung: Frank Oppermann

Mai: Kaltgestellt (Komödie)

Premiere wg. der CORONA-Einschränkung auf den 01. November 2020 vorgezogen

Die derzeitige Planung sieht eine Verschiebung auf den Mai 2021 vor!

Komödie von Michele Lowe

Nicky, Molly und Debra sind eine Zwangsgemeinschaft, Monat für Monat angeödet in einer ihrer Küchen vereint, wenn sich ihre Ehemänner treffen, um die alte Highschool-Freundschaft zu begießen. Heute ist Nickys Küche an der Reihe. Während die Männer im Wohnzimmer nebenan Minigolf spielen und grölen, tauschen die Frauen kleine Gehässigkeiten aus. Eine spitze Bemerkung provoziert die nächste, und dass Nickys Mann Jay gerade sieben Millionen Dollar veruntreut hat, gibt Anlass zu besonders anzüglichen Kommentaren. Doch dann geschieht das Unvorhergesehene: Hobbyjäger Jay zeigt Danny und Marty seinen neuen Kühlraum, und dabei fällt hinter ihnen die schwere Eisentür ins Schloss. Bei klirrenden Minusgraden sitzen die drei Männer in der Falle. Für die Frauen die Gelegenheit zu einer ziemlich finalen Abrechnung. “The Smell of the Kill macht Vorstadtmorde tödlich komisch.” (Variety) 

Mit Heike Schmidt, Jutta Dolle und Celina Engelbrecht

Juni: The Fantasticks (Musical) – “Unter der Zeder” (Außenbühne) Musical von Tom Jones und Harvey Schmidt

verschoben von Dezember 2020 auf Juni 2021

Musik + Bühne, Deutscher Bühnenverlag

Luisa: N.N., Matt: Florian Albers, El Gallo: Manuel Lopez, Huck: Dirk Witthuhn, Bell: Frank Oppermann

musikalische Leitung: Theo Palm, Regie und Bühne: Stefan Krause, Regieassistenz: Leonie Houber

musikalische Einstudierung: Frank Oppermann

    Bell: “Es ist ein Wunder. Laß uns die Mauer abreißen.”

    El Gallo: “Nein. Laßt die Mauer. Denkt dran – Ihr müsst immer die Mauer lassen.”

Die Romeo-und-Julia-Parodie „The Fantasticks” schrieb Off-Broadway-Geschichte. Auf der Basis eines französischen Lustspiels war das Musical seit der Uraufführung 1960 ganze 42 Jahre lang jeden Abend am Broadway zu sehen. Es wurde zum meistgespielten Werk der amerikanischen Theatergeschichte.

Die Väter von Matt und Luisa, obwohl miteinander befreundet, verhalten sich ihren Kindern gegenüber, als seien die Familien verfeindet. Sie denken, dass eine deutliche Missbilligung der beste Weg sei, bei den jungen Leuten romantische Gefühle zu wecken. Der Plan gelingt schließlich nach allerlei Irrungen und Wirrungen.

Der Song „Try To Remember” wurde zum Welthit. Andere Balladen und Lieder dieses Kammermusicals sind „Much More”, „Soon It’s Gonna Rain” „Round And Round”.

Tom Jones wurde 1928 in Littlefield, geboren. Jones traf an der University of Texas in Austin den Musical-Komponisten Harvey Schmidt. Schmidt begann für Jones, Schauspiel-Studenten auf dem Klavier zu begleiten. Kurze Zeit später begannen die beiden mit dem Schreiben von Musicals. Das erste veröffentlichte Stück war eine Revue.

The Fantasticks  ist Jones’ bedeutendstes Werk , das zwischen 1960 und 2002 insgesamt 17.162 mal Off-Broadway aufgeführt wurde. 1992 erhielt Jones für The Fantasticks einen Tony Honors for Excellence in Theatre-Award.

Juli: Männer und andere Irrtümer (Komödie) – “Unter der Zeder” (Außenbühne)

Komödie von Michele Bernier / Marie-Pascale Osterrieth, 1 D, Hartmann & Stauffacher

Ein Mann verlässt seine Frau wegen einer Jüngeren. Die typische Midlife-Crisis, gepaart mit dem Wahn nach Jugend. Zurück bleibt die verlassene Ehefrau, die die neu
gewonnene „Freiheit“ in all ihren Höhen und Tiefen durchlebt und dabei viele gut gemeinte Ratschläge von außen erhält…
Eine One-Woman-Show mit insgesamt 25 Rollen, von der betrogenen Ehefrau über den untreuen Ehemann bis hin zu ihren lieben Freundinnen und der türkischen Nachbarin.

Was für eine wundervolle Herausforderung für eine Schauspielerin.

Michele Bernier wurde am 02.August 1956 in Paris geboren. Ihr Vater war der Komiker Georget Bernier, der auch als Professeur Choron bekannt war.
Nach einer Ausbildung am Theater widmete sie sich dem Schauspiel für zahlreiche Fernsehproduktionen, ebenfalls schrieb sie zusammen mit Marie-Pascale Osterrieth das Stück „Le Démon du midi“, (Männer und andere Irrtümer).

Mit Jutta Dolle, Regie: Stefan Krause

August: Der Reigen (Drama) – “Unter der Zeder” (Außenbühne) Der Reigen

ein Tanz der Versuchung in zehn Sündenfällen von Arthur Schnitzler. 1 D / 1 H

Ein Reigen aus Leidenschaft, Sexualität, Spiel, Lust, Betrug, Koketterie, Begierde, Verführung, Grobheit und Zärtlichkeit. Ein Porträt des Autors Arthur Schnitzler, der Gesellschaft und ihrer Moral und eines Jeden von uns. Es ist eines der skandalösesten Theaterwerke des 20. Jahrhunderts.

Hysterische, herzzerreißende, pragmatische, neurotische, sinnliche, witzige Dialoge „vorher und nachher“. Originalton Schnitzler: „…eine bunte Reihe; aber etwas Unaufführbareres hat es noch nie gegeben.“ Und dennoch gelang dem Autor ein bezauberndes Kunstwerk – poetisch, komisch und elegant.

Bearbeitet für zwei Personen

Arthur Schnitzler wurde am 15. Mai 1862 in Wien geboren. Nach dem Abitur studierte er Medizin, wurde 1885 Aspirant und Sekundararzt; 1888 bis 1893 war er Assistent seines Vaters in der Allgemeinen Poliklinik in Wien; nach dessen Tod eröffnete er eine Privatpraxis. 1886 die ersten Veröffentlichungen in Zeitschriften, 1888 das erste Bühnenmanuskript, 1893 die erste Uraufführung, 1895 das erste Buch, die Erzählung “Sterben”. Beginn lebenslanger Freundschaften mit Hugo von Hofmannsthal, Felix Salten, Richard Beer-Hofmann und Hermann Bahr. Das dramatische und das erzählerische Werk entstehen parallel. Stets bildet der einzelne Mensch den Mittelpunkt seiner durchweg im Wien der Jahrhundertwende angesiedelten Stoffe. Arthur Schnitzler hat, von Reisen abgesehen, seine Geburtsstadt nie verlassen; am 21. Oktober 1931 ist er dort gestorben.

mit Josephine Gey und Janosch Roloff

Regie: Irina Miller

September: Schon wieder Sonntag (Komödie)  – mit Walter Ullrich zum 90.

(A Month of Sundays)

Komödie von Bob Larbey

wird von Januar/Februar 2021 auf September 2021 verschoben.

Aufführungsrechte: Hartmann & Stauffacher Verlag

Cooper begegnet seiner körperliche Hinfälligkeit mit sarkastischem Witz, sein stiller sensibler Freund Aylott betrachtet mit bänglichem Staunen die unterschiedlichen Erscheinungen des Alters. Die junge Krankenschwester Wilson, Coopers letzter Flirt, begreift Alter als Chance, während die Putzdame Mrs Malik ihm mit gesundem Realitätssinn begegnet. Coopers Tochter Julia mit ihrem biederen Gespons Peter, Archetypen unserer Zeit, demonstrieren pflichtgemässe Betroffenheit beim monatlichen Höflichkeitsbesuch.
Das klingt nach Sozialdrama, graue Panther, Pflegeversicherung, unnütze Alte. Stimmt nicht . Selten wird so herzlich gelacht, liegen bei einem Stück über dieses Thema ursprüngliche Heiterkeit und natürliche Melancholie so unverbildet dicht beieinander.

Der Autor

Bob Larbey, 1934 in London geboren, und sein Schulfreund und Mitautor, John Esmonde, konnten sich erst ab Mitte der 60er-Jahre über bescheidene Erfolge freuen. In den 80er und 90er-Jahren gehörten die beiden jedoch zu den bekanntesten Fernsehautoren Englands. Auch ohne seinen Partner schrieb Larbey erfolgreiche Serien und Theaterstücke. Für sein Erstlingswerk „A Month of Sundays“ bekam er 1986 den „London Evening Standard Award“ für die ‚beste Komödie des Jahres‘ und für „Schon wieder Sonntag“ erhielt er zwei Jahre später den „Kritikerpreis“. Aus: positiv-magazin

mit

Walter Ullrich, Erwin Geissler, Heike Schmidt, Wolf-Guido Grasenick, Jutta Dolle und Leonie Houber

Regie: Stefan Krause

Oktober: Der Kredit (Komödie)

Der Filialleiter der Bank hat es sich gerade so richtig gemütlich gemacht in seinem Leben. Zufrieden blickt er auf ein hübsch eingerichtetes Dasein mit allem, was dazugehört: Frau, Haus, Kind und sicherer Job. Doch just in dem Moment, in dem er sich ein bisschen zu sehr in seinem Bürostuhl zurücklehnt, taucht Anton Herberg auf und beantragt bei ihm einen Kredit. Ein täglicher Vorgang für den Filialleiter: Antrag geprüft, Antrag abgelehnt. Der Antragsteller bringt nicht die entsprechenden Sicherheiten mit, und das bedeutet ein zu großes Risiko für die Bank.

Anton lässt sich nicht einfach abwimmeln, hakt nach und beruft sich auf seine Vertrauensseligkeit. Doch Vorschriften sind nun einmal Vorschriften. Anton hat keine andere Wahl, er muss tun, was getan werden muss und so eröffnet er dem Filialleiter seine Bedingung: Bekommt er seinen Kredit nicht, dann sieht er sich gezwungen, mit der hübschen Frau des Filialleiters zu schlafen. Dieser lacht erst wie über einen schlechten Witz, dann droht er mit dem schwarzen Gürtel und schließlich ruft er seine Frau an, um sie zu warnen. Doch diese Idee geht nach hinten los: Wütend darüber, dass sie ihm nicht mehr wert ist als ein Kredit über dreitausend Euro, schmeißt sie ihn kurzerhand aus dem Haus. Aber keine Panik, mit einem gewissen Sümmchen wird sich schon alles wieder regeln lassen: Zehntausend Euro für Kredit und Rückeroberungstricks von Anton sollten reichen … oder etwa nicht?

Geld gegen das eigene Glück! In Jordi Galcerans neuem Stück “Der Kredit” wird das idyllische spießbürgerliche Leben des Filialleiters durch das Auftauchen des korrupten Kunden aus den Angeln gehoben und der Wert des Geldes in neues Licht gerückt. Im Handumdrehen sind die Weichen gestellt für den Absturz des Filialleiters in ein prekäres Dasein. Erfrischend komisch schildert Galceran, wie sich die Machtverhältnisse neu ordnen: Schritt für Schritt gerät der Filialeiter in die Fänge des Antragstellers, bis am Ende die Rollen gänzlich vertauscht sind.

Mit Sebastian Schlemmer und Claus Thull-Emden

Regie: Stefan Krause

November: A tribute to Bobby Darin

Die Story des Allround-Talents Bobby Darin. Vom Rock n Roll-Sänger (Splish-Splash), über den smarten Swing-Barden (Beyond the Sea/Mack the knife) zum Folk- und Protestsänger (Song of freedom), der mit nur 37 Jahren starb. Oscar nominierter Schauspieler, Komponist und Autor. Ein kurzes Leben voller Inhalt.

Mit Frank Oppermann

Regie: Stefan Krause

Dezember:  Nein zum Geld (Komödie)

Verschoben von März 2021 auf Dezember 2021

Komödie von Flavia Coste, 2 D / 2 H, LITAG Verlag

Uraufführung. Paris September 2017, Théâtre des Variétés

„money makes the world go round“ sang Liza Minelli vor Jahrzehnten und erntete großen Applaus.

Noch immer weckt Geld Emotionen aller Art. Es begeistert, beglückt, bedrückt…auch im Umfeld von Richard, der viele Millionen im Lotto gewonnen hat.

Während eines Abendessens daheim gibt er bekannt, dass er den Lottogewinn nicht abholen wird. Mit Erstaunen stellt er fest, dass statt Lob und Applaus das glatte Gegenteil an Reaktionen auf ihn niederprasselt.

Für die Abholung bedarf es ausschließlich des Lottoscheins. Diese Tatsache eröffnet zwischen ihm, seiner Frau, seiner Mutter und selbst dem besten Freund den Kampf um diesen „Glücks“-Schein, den Richard vernichten will.

Wie weit wird die Familie gehen? Auch über eine Leiche?

Tagesspiegel: „„Nein zum Geld“ heißt die Komödie der französischen Schauspielerin und Filmemacherin Flavia Coste, das mit perfider und pointierter Lust am zivilisatorischen Zerfall das Szenario des für die meisten unvorstellbaren Verzichts durchspielt.“

 Mit Antje Lewald, Leonie Houber, Sebastian Schlemmer, Michi Heuel

 Regie: Stefan Krause

Januar 22: Bald ruh‘ ich wohl – Eichmanns letzte Nacht (Drama)

Verschoben von April 2021 auf Januar 2022

“In der Nacht vor seiner Hinrichtung in Israel blickt Eichmann zurück: das Leben eines der vielen Deutschen kleinbürgerlicher Herkunft, die mit den Nazis Karriere machten, die das Prinzip von Befehl und Gehorsam verinnerlicht hatten, die den Eid auf den Führer über ihr Gewissen und das eigene Leben stellten. ‘Ich bin kein Unmensch’, sagt er, er scheide in Frieden und schuldlos aus der Welt. Rückblenden unterbrechen den inneren Monolog und zeigen, wie der Obersturmbannführer als Leiter des Judenreferats im Reichssicherheitshauptamt funktionierte. […] Diese Momente, die Abscheu wecken, wechseln mit dem Gefühl, einen nicht unkultivierten Mann und liebevollen Vater vor sich zu haben. Der Spaltung der Persönlichkeit sucht Gruhn auf die Spur zu kommen durch Hinweise auf eine von Zucht und Ordnung geprägte Kindheit. […] Ordnung und Sauberkeit sind zwanghaft. Unablässig putzt Eichmann die Zelle, räumt auf, wäscht sich die Hände.” (Westdeutsche Allgemeine Zeitung, 25.02.03)

Das Stück entlarvt das “Böse” als Allerweltserscheinung, das in dem ehemaligen SS Sturmbannführer und Durchschnittsmenschen Adolf Eichmann zutage tritt – obwohl sein “Gewissen rein” ist.

Mit Hanno Dinger

Regie: Stefan Krause

Februar 22: Sex and Breakfast (Komödie)

Paris, kurz vor Silvester. In einem AirBnB-Appartment treffen scheinbar zufällig zwei Paare aufeinander. Sie haben die Wohnung beide rechtmäßig gemietet und vorab bezahlt, können jedoch nicht den Besitzer erreichen, um die Angelegenheit zu klären. Zu allem Überfluss müssen sie feststellen, dass sich die Tür nicht mehr öffnen lässt: Sie sind eingeschlossen. Zwei Welten prallen aufeinander.
Denn so ähnlich die Paare auf den ersten Blick wirken – beide um die vierzig, gut situiert, bürgerliches Gebaren, Kinder kurz vor der Pubertät –, so unterschiedlich ist ihre jeweilige Beziehungssituation: Nina und Christian sind unzufrieden. Sie haben schon seit Langem keinen Sex mehr und machen deshalb eine Paartherapie. Tom und Hannah hingegen wirken wie frisch verliebt. Sie leben in einer offenen Beziehung mit ausgesprochen viel Sex und erotischer Spannung. Der Alkohol lockert die Stimmung und allmählich kommen die Vier einander näher. Doch je näher sie sich kommen, desto mehr gut gehütete Geheimnisse tauchen aus dem Dunkel an die Oberfläche und kunstvoll errichtete Lügengebäude stürzen zusammen wie Kartenhäuser. Nach und nach wird jeder Einzelne der Vier in seinen psychischen und moralischen Grundfesten erschüttert – so sehr, dass es schließlich sogar um Leben und Tod geht … Und über allem schwebt die Frage: Kann es denn wirklich Zufall sein, dass sie sich getroffen haben?

März 22: Hannelore Kohl – ein Leben im Schatten (Drama)

verschoben von Mai 2020 auf März 2022

Schauspiel von Sascha Schmidt

Eine Frau sitzt am Schreibtisch. Der Raum ist dunkel, schwere Vorhänge verhindern, dass Licht herein fällt. Sie sitzt mit dem Rücken zum Publikum, hält eine Taschenlampe in der Hand. Das Licht flackert während sie Briefe schreibt. Abschiedsbriefe. Nach einer Weile dreht sie sich um. Leuchtet mit der Taschenlampe in das Publikum. Bittet um etwas Geduld. Sie sei gleich fertig mit dem Schreiben. Sie will das Publikum nicht warten lassen – denn sie weiß, was es bedeutet zu warten.

Das Solostück „Hannelore Kohl – Ein Leben im Schatten“ beschreibt die letzten Stunden der Hannelore Kohl. Es ist der erfundene Abschied einer erfundenen Frau. Einer Frau, die wie so viele ihrer Generation, ein Leben im Schatten des Ehemannes führte.

mit Christina Rohde

Inszenierung: Ina-Kathrin Korff

Ausstattung: Wesko Rohde

April 22: Maria Stuart und Elisabeth (Drama von Philipp Sonntag)

Maria Stuart, Königin von Schottland, ist zum Tode verurteilt. Ihre Schwester Elisabeth, Königin von England, zögert aus Angst vor dem Volkszorn, sie hinrichten zu lassen. Ein Doppelspiel betreibt der Geliebte der Königin, Graf Leicester, als er ihr verspricht, die Rivalin zu töten. In Wahrheit gehört sein Herz nämlich Maria. Bei einer von ihm eingefädelten Begegnung der beiden Schwestern erliegt die Königin der Schönheit und den Verführungskünsten der Stuart, was sie im Nachhinein noch mehr gegen die Gefangene aufbringt. Als sie auch noch beobachtet, wie Leicester, der ihr Liebe vorgegaukelt hat, erfolgreich um die Gunst der verhassten Schwester wirbt, ist seine Verhaftung ebenso beschlossene Sache wie Marias Tod. Um seine Treue auf die Probe zu stellen, verlangt Elisabeth von Leicester, dass er Marias Hin-richtung selbst vollstreckt. Tatsächlich führt der Graf Maria auf den Richtblock, um seine Haut zu retten. Maria stirbt zuletzt aber von Elisabeths Hand, weil sie die Liebe der Schwester nicht erwidern will.

Sonntag komprimiert in seiner geschickten Montage Schillers Trauerspiel zum psycho-logischen Liebesdrama einer Dreiecksgeschichte. Die Ermordung Marias ist bei ihm die verzweifelte Rache einer eifersüchtigen Leidenschaft, von der die gnadenlos kühl be-rechnende Königin unerwartet überrannt wird. Das kleine Format eröffnet unerwartete Abgründe in dem weltberühmt gewordenen Stoff.

Mai 22: Tango unterm Regenbogen (Komödie)  zu Ehren Folker Bohnet

Verschoben von Februar 2020 auf Mai 2022

Tangokomödie von Folker Bohnet und Alexander Alexy, 2 D / 2 H, Ahn & Simrock Verlag

 „Tango sind zwei ernste Gesichter und vier Beine, die sich amüsieren. Tanz ist Hingabe an die Leidenschaft der Musik. Und Tango ist Stolz, Stolz und nochmal Stolz. Nach dem Tango brauchst Du nicht mehr mit Deiner Partnerin zu schlafen, Du hast es soeben getan.“

Anne und Martin haben mit Freunden ihren Hochzeitstag gefeiert. Das attraktive Traumpaar ist sehr verliebt und reichlich beschwipst, als sich aus zärtlichem Geplänkel bohrende Fragerei entwickelt und das Paar unvermutet in eine Krise stürzt. Anne verdächtigt ihren Martin der Homosexualität. Ihre Freundin Juliane preist dagegen die offene Ehe. Letzte Rettung ist die Begeisterung für den Tango-Kurs und die Suche nach Partnern für die Damen. So lernt der unglückliche Martin bei Julianes Sohn Simon, bekennendem frohen und metrosexuellem Schwulen, das tangotanzen und so wird alles gut. Eine turbulente, freche, frivole, moderne Komödie über die Vorurteile und Verklemmtheiten des ach so aufgeklärten, liberalen Bürgertums, das hier höchst vergnüglich an die Grenzen seiner Toleranz geführt wird und sich leidenschaftlich darüber hinaus tanzt zu einer neuen Menschlichkeit.

Folker Bohnet – zuletzt als Mephisto am kleinen theaterdrehte bereits während seiner Schauspielschulzeit früh Filme, darunter den Welterfolg DIE BRÜCKE. Es folgten feste Engagements und Gastspiele, u.a. am Thalia Theater Hamburg, Residenztheater München und an allen bekannten Komödienhäusern Theatern in Deutschland. Viele Jahre führte er auch Regie. Bohnet sollte selbst Regie führen. Er starb im Oktober 2020.

Alexander Alexy kam über eine klassische Tanz- und Schauspielausbildung zum Theater. Während erster Neben Engagements in diversen Musicals absolvierte er ein Zahnmedizin- und Romanistik-Studium. Regie: Frank Oppermann

Juni 22: Aus großer Zeit (Chronik) – Die Kempowski-Saga – 1. von 4 Teilen

verschoben von Juni 21 auf Juni 22

nach den Romanen “Aus großer Zeit” und “Schöne Aussicht” für die Bühne bearbeitet von Axel Schneider, 4 D / 5 H, Gustav Kiepenheuer Bühnenbetriebs-GmbH

Erster Teil der vierteiligen Familienchronik von Walter Kempowski (Tadellöser & Wolff, Ein Kapitel für sich). Die nächsten drei Teile finden jeweils in den nächsten Spielzeiten ihre Fortsetzung am kleinen theater.

Mit Aus großer Zeit beginnen wir den Zyklus Walter Kempowskis Deutscher Chronik, die in der Bearbeitung von Axel Schneider den Weg auf die Bühne gefunden hat. Die Reihe, zwischen 1971 und 1984 veröffentlicht, umfasst neun Bände. Kempowski (1929–2007) erzählt darin den Niedergang des deutschen Bürgertums während des 20. Jahrhunderts und benutzt dafür in einer Mischung aus Dokumentation und Fiktion seine eigene Familiengeschichte.

Der wohlhabende Rostocker Reeder Robert William Kempowski hat ein stattliches Haus, zwei Dampfer und zwei Kinder. 1913 lernt Sohn Karl an der Ostsee Grethe de Bonsac kennen, deren Familie von anderer Art ist als die des jungen Mannes: ordentlich und fromm. Zwischen Grethe und Karl entspinnt sich eine zarte Liebesgeschichte, die vom Ersten Weltkrieg jäh unterbrochen wird. Nach 1918 muss das Paar auf ein vornehmes Leben verzichten und sich im Arbeiterviertel einmieten. Drei Kinder kommen, unter ihnen auch Walter Kempowski; ihre Schulzeit fällt in die Jahre der Weimarer Republik, in denen Deutschlands Verhängnis seinen Anfang nimmt.

Von dieser Familie und allen, die ihren Weg kreuzen, erzählt Walter Kempowski in den ersten Teilen seiner Jahrhundert-Chronik mit der Genauigkeit, dem Humor und der leichten Ironie, wie sie nur ihm eigen sind.

 

Rahmenprogramm:

 

Unter anderem mit

  • Kulissengespräche – monatliche Talkshow mit jeweils einem Interviewgast
  • Rainer Bielfeldt mit Konzerten in seinem künstlerischem Zuhause in Bonn
  • Enno Kalisch mit seinen konzertanten Lesungen
  • Dagmar Dangereux und Irma Jung – Travestie, nicht handzahm (einmal im Monat)
  • Bernhard Schlink – Lesung
  • Kalle Kubik – Wenn es Nacht wird
  • Anna Fischer und Theo Palm, Klassik
  • Quintet West – Jazz
  • Musik unter der Zeder (Sommerkonzerte, jeden Montag im Juli und August)
  • Kindermusical: Die Bonner Stadtmusikanten von Barbara Köhler und Stephan Ohm