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Mit dem Solidaritätsticket von Bonnticket können Sie uns und auch andere Theater und Veranstalter unterstützen.
Foto: Patric Prager

WIR BESCHRÄNKEN UNS FREIWILLIG AUF 100 ZUSCHAUER

Es geht wieder los im kleinen theater. Unser Büro ist ab dem 02.06.20 wieder wochentäglich, aber eingeschränkt zwischen 10 und 12 Uhr besetzt. Hier können Sie sich beraten lassen und Karten kaufen. Am 18.06.20 Uhr setzen wir dann unseren Spielbetrieb mit der schwarzen Krimikomödie FLURGEFLÜSTER fort. Ab dem 15.07.20 dürfen wir wieder vor vollem Haus spielen. Wir bitten alle Zuschauer rechtzeitig (Einlass ab 60 Minuten vor Vorstellungsbeginn) zu erscheinen, damit wir alle Maßnahmen ohne Staubildung und für alle angenehm umsetzen können. Wir werden nach Aufruf von hinten nach vorne platzieren.

Nachdem ich durch die Krise, die Zahlen des Jahres 2019 abschließen konnte, hätte ich zuversichtlich sein können, das Theater in eine halbwegs gesicherte Zukunft bringen zu können. Wir hatten 3,5 % mehr Zuschauer, 8,5 % mehr Umsatz als im Vergleichszeitraum unter der Leitung von Herrn Ullrich. Zudem haben wir trotz der weggefallenen städtischen Förderung und einiger außergewöhnlichen Zusatzbelastungen, bedingt durch den Neubeginn, ein ausgeglichenes Ergebnis geschafft. Das hat viele Opfer gekostet, aber es war gelungen, was man mir in der Zeit der Bewerbung nie zugetraut hatte. Der Trend wurde dann Anfang März durch die sich verschärfenden Meldungen zum Virusgeschehen abrupt gebrochen. Wir konnten ab Ende Februar einen deutlichen Zuschauerrückgang beobachten, der ja dann mit der behördlichen Schließung zum 14.03. gipfelte. Ohne Einnahmen, ohne Rücklagen als gemeinnütziges Theater, haben wir dann die Soforthilfe beantragt und unsere Mitarbeiter in die Kurzarbeit geschickt. Diese beiden Leistungen haben bislang für unser Überleben gesorgt. Zunächst hieß es ja dann auch, dass wir uns darauf gefasst machen können, erst ab Herbst 2020 frühestens wieder zu öffnen, vielleicht auch erst im nächsten Jahr. Die plötzliche und unvorhersehbare Öffnungsankündigung zum 30.05. war eine große Überraschung. Einen Theaterbetrieb aus der Stase wieder ins Rollen zu bringen, bedarf Vorlauf. Verlage, Stücke, Besetzungen, Werbung und und und. Dazu kommen die Vorgaben für die Umsetzung eines Abstands- und Hygienekonzepts. Das sind natürlich auch kostenmäßig hohe zusätzliche Belastungen. Wir brauchen zusätzliches Personal für die Lenkung der Besucherströme, Desinfektionsmittel und -ständer, Umbauten etc., etc.

Wenn wir aber jetzt kurzfristig öffnen, dann müssen wir vorbereitet sein und die notwendigen Maßnahmen umgesetzt haben. Das verwehrt uns aber wiederum den Zugang zur Förderung durch den Bund, der solche Maßnahmen nur fördert, wenn man bis zum Bescheid noch nicht damit begonnen hat. Das ist leider alles sehr unausgegoren. Die Hilfe, die uns in der Schaffung eines Kultur-Infrastrukturfonds angekündigt war, lässt auch weiter auf sich warten. Die Stadt Bonn hat einen Kulturnothilfefonds für sämtliche Kultureinrichtungen und Künstler von insgesamt EUR 219.000 aufgelegt, aus der bis zu 10.000 Euro beantragt werden können.

Unter Berücksichtigung der aktuellen Corona-Schutzverordnung des Landes NRW dürfen wir 100 Zuschauer platzieren, wenn wir diese registrieren und auf feste, numerierte Sitze platzieren. Als Abonnententheater sinken unsere Einnahmen überproportional. Die Abonnenten belegen ja mit gutem Recht über die Hälfte der verbliebenen Plätze mit einem Preisnachlass von 40 %. Die Anzahl der normalpreisigen Tickets reicht dann aber nicht mehr, um den notwendigen Durchschnittspreis pro verkauftem Ticket herzustellen.

An dieser Stelle möchte ich mich aber bei den Spendern bedanken, die uns in der Zeit nach der Schließung mit ihren Spenden unterstützt haben. Da sind rund EUR 17.000 zusammengekommen.

Wir starten nun am 18. Juni mit einer ganz neuen Produktion außerhalb des Spielplans: FLURGEFLÜSTER. Damit die Schauspieler nicht das Publikum durch Aerosole gefährden, haben wir eine Plexiverglasung um die Bühne gebaut. Die Registrierung der Zuschauer und deren Platzierung auf eine numerierte Bestuhlung, ersetzt die Abstandspflicht. Unsere Saallüftung funktioniert vertikal und riskiert damit nicht eine Verwirbelung von Erregern. Der Zugang wird sowohl über den bisherigen, als auch über den Notausgang geregelt. Die Zuschauer werden durch Aufruf ihrer Platznummern von hinten nach vorne platziert und auch so wieder geordnet aus dem Saal gerufen. Unser Personal wird immer auf Abstände hinweisen und selbst Visiere, Handschuhe und Masken tragen. Die nicht auf Namen gekauften Karten werden registriert, damit eine Infektionskette nachvollziehbar bleibt. Die Bar im Keller bleibt geschlossen. Dafür wird zusätzliches Personal den Zugang zur Toilette und die Warteschlange regeln. Die alte Empfangs- und Garderobentheke im Foyer musste aus Platzgründen weichen, damit die Zuschauer auch hier Abstand halten können. An den Eingängen und auf der Toilette kann man sich die Hände desinfizieren. Getränke gibt es nur für Gäste, die einen Sitzplatz reserviert haben. Die Zuschauer werden auch vor der Vorstellung mehrfach informiert.

Insgesamt muss der Spielplan interessant und abwechslungsreich bleiben, die Abstände der Schauspieler auf der Bühne berücksichtigen, wenn sie nicht einer häuslichen Gemeinschaft angehören und zum Schluss durch die veränderte Einnahmensituation finanzierbar sein. Das hat mich vor die schwere Aufgabe gestellt, den eigentlich fertigen und ja auch schon an die Abonnenten verkauften Spielplan neu zu ordnen und die größeren Produktionen zu einem guten Teil zu verschieben. Dabei bedaure ich sehr, dass ich damit auch wieder Einnahmeplanungen von Schauspielern durcheinanderbringen musste.

Die nichteingelösten Tickets ab dem 14.03. bis 18.06.2020 behalten ihre Gültigkeit für eine Veranstaltung nach Wahl in der gleichen Preiskategorie bis zum 31.12.2021. Sie können dem Theater aber auch gespendet werden.

Dennoch bin ich zuversichtlich, dass dies unter diesen Umständen das bestmögliche Ergebnis sein wird. In wenigen Tagen werden wir diesen Spielplan dann auch vorstellen können.

hier online Tickets kaufen (dabei fallen, anders als bei Verkauf an unserer Kasse, Vorverkaufsgebühren an)

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Das kleine theater Bad Godesberg wird fortgeführt!

Ich freue mich sehr, dass ich die Chance bekommen habe, dem Lebenswerk von Walter Ullrich eine Fortführung zu ermöglichen. Mit den finanziellen Verpflichtungen und den wegfallenden Fördermitteln ist die Aufgabe wahrlich nicht leicht. Und das ist wahrscheinlich noch charmant untertrieben. Aber während der fast dreijährigen Bewerbungsdauer habe ich viele, unglaublich tolle Menschen kennengelernt, die mich in den unterschiedlichsten Weisen unterstützen möchten und dies auch schon getan haben. Zudem werde ich mit vielen, Ihnen vertrauten Mitarbeitern und Schauspielern, auf, neben und hinter der Bühne, im Foyer und in der Verwaltung weiterarbeiten, die auch ein großer Teil des Geistes und der Identität des Hauses sind und die mich mit ihrer langjährigen Erfahrung tragen. So wird mich Stefan Krause, der bereits fast zwei Jahrzehnte im kleinen theater, in Herrn Ullrichs freien Ensemble auf der Bühne gestanden hat, als stellvertretender Leiter verstärken. Auch Wolf-Guido Grasenick wird dem Hause weiter eng verbunden bleiben und auf und abseits der Bühne wichtige Aufgaben übernehmen. Es ist mir eine große Ehre, dass die Kollegen an mein Konzept und an eine gemeinsame Zukunft glauben.

Aber all das würde nicht reichen, wenn Sie uns Ihr Vertrauen nicht mehr schenken. Das ist für mich der höchste Ansporn. Das Haus darf den Charakter, der ihm von Herrn Ullrich gegeben wurde, nicht verlieren und gleichzeitig bedarf es neuer Impulse. Ich freue mich auf diese Herausforderung und darauf mit Ihnen einen langen gemeinsamen Weg zu gehen. Und wenn mal etwas nicht funktioniert oder Ihnen etwas nicht gefällt, sprechen Sie mich an. Geben Sie uns die Chance, es beim nächsten Mal besser zu machen.

Und nun heiße ich Sie willkommen und freue mich auf Ihren Besuch im kleinen theater in Bad Godesberg!

Ihr Frank Oppermann

Das kleine theater Bad Godesberg wird gefördert durch das:

und ist Mitglied des:

und seiner Privattheatergruppe