General Anzeiger vom 03.09.2020

Feuilleton

Plötzlich spurlos verschwunden
Krimikomödie „Die Falle“ im Kleinen Theater

Von Elisabeth Einecke-Klövekorn

Die Uraufführung der Kriminalkomödie 1960 in Paris war der erste große und einzige internationale Erfolg des französischen Autors Robert Thomas (1927 – 1989). In der Spielzeit 1960/61 war es das meistgespielte Stück auf deutschsprachigen Bühnen. Vorreiter war Walter Ullrich, der gern erzählt, wie er sich an dem Text sofort festbiss und sich die Rechte für die deutsche Erstaufführung von „Die Falle“ sicherte, damals noch im alten Domizil des Kleinen Theaters an der Ubierstraße. Sein Vater Kurt Ullrich spielte den Kommissar.
Es ist auch eine sehr schöne Geschichte, dass Intendant Frank Oppermann und Hausregisseur Stefan Krause unabhängig davon sechzig Jahre später auf die Idee kamen, den Krimiklassiker auf den Spielplan zu setzen. Einst sicherte sich sogar Alfred Hitchcock die Rechte an dem Stoff, dessen Spiel mit Identitäten an sein Meisterwerk „Vertigo“ erinnert; zu seiner Verfilmung kam es jedoch nicht mehr.
In jeder Hinsicht schwindelerregend ist die Story garantiert. Verzweifelt hockt Daniel Corbin in dem abgelegenen schicken Chalet in Chamonix, in dem er mit seiner frisch angetrauten Gattin Elisabeth das neue Glück genießen wollte. Doch Madame ist plötzlich spurlos verschwunden, Corbin hat die Polizei eingeschaltet und befürchtet das Schlimmste. Auf eine psychische Achterbahn gerät er, als der Dorfpfarrer mit einer Frau auftaucht, die vorgibt, Elisabeth zu sein. Ähnlichkeit mit ihr hat sie nicht, kennt sich indes perfekt aus in allen Details der gemeinsamen Monate, inklusive der Trinkgewohnheiten (Alkohol fließt reichlich, und mancher Whisky erscheint vergiftet) ihres „Gatten“. Hat Corbin vor Schmerz sein Gedächtnis verloren? Ist er das hilflose Opfer einer bösartigen Intrige? Ist ein krimineller Clan hinter dem Erbe seiner vermissten Frau her?

Die falsche Elisabeth erschießt
den einzigen Zeugen

Als die falsche Elisabeth den einzigen Zeugen, der die richtige beschreiben könnte, schnöde erschießt, scheint der Fall klar zu sein. Die Zuschauer auf falsche Fährten zu führen, gehört freilich zum Krimihandwerk. In Stefan Krauses Inszenierung (Regie und Ausstattung) gibt es jedoch auch eine Menge zu lachen. Er erzählt den spannenden Psychothriller mit seinen doppelbödigen Figuren und Überraschungsmomenten völlig zeitlos, aber mit vielen witzigen Akzenten. Frank Baumstark in der Rolle des Abbé Maximin verfügt über ein solch frommes Grinsen, dass man bald Zweifel an seiner seelsorgerischen Mission hegt. Anna Möbius spielt überzeugend die selbstbewusste Frau, die ihren angeblichen Gatten fürsorglich in den Wahnsinn treibt. Dirk Witthuhn im unvermeidlichen Trenchcoat ist der souveräne Kommissar
Sebastian Schlemmer liefert in der zentralen Rolle des Corbin ein spielerisches Bravourstück zwischen lässiger Pyjama-Bohème, bürgerlicher Seriosität und beklemmender Albtraum-Heimsuchung. Auch Wolf-Guido Grasenick und Leonie Houber brillieren. Für echtes Kinogefühl sorgt Ennio Morricones Musik zum legendären Gangsterfilm „Der Clan der Sizilianer“.
Nach knapp zweieinhalb vergnüglich fesselnden Stunden (inkl. Pause) reagierte das Publikum bei der fast ausverkauften Premiere am Mittwochabend mit enthusiastischem Beifall.
Vorstellungen bis zum 29.September fast täglich. Spielplaninfos und Hinweise zu den aktuellen Corona-Schutzmaßnahmen unter www.kleinestheater.eu. Karten gibt es unter anderem bei Bonnticket.

Klassik meets Musical

Klassik und Musical liegen Welten auseinander?


Nicht heute Nachmittag!

Patrick Stanke, Tamara Peters und Florian Albers lassen auf virtuose Art die Grenzen der beiden Genres verschwimmen.
Seien Sie bei der rasanten Reise von den großen Arien der Oper über das romantische Lied bis zum modernen Musical dabei. Arrangements und Medleys werden live am Klavier von Florian Albers begleitet.
Mit Auszügen aus Carmen, Phantom der Oper, West Side Story, Medicus, Les Miserables und viele mehr.

Tamara Peters und Florian Albers sind auch unsere Protagonisten im Musical „Die letzten 5 Jahre“ im Dezember 2020.
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Die Vielseitige Sängerin , Tamara Peters erhielt ihre ersten Gesangsstunden im Alter von zehn Jahren. Sie nahm jahrelang am renommierten Wettbewerb „Jugend Musiziert“ teil, wo sie in den unterschiedlichsten Kategorien startete und Preise gewann. In diesem Zusammenhang wurde ihr im Jahre 2005 der „Johan Lütter Förderpreis“ verliehen. Die vielseitige Sängerin begann 2008 ihr klassisches Gesangsstudium bei Annette Kleine am „ArtEZ Consevatorium Enschede“ und entschied sich für die Vertiefung von Gesangstechniken im Bereich der Jazz- und Popmusik. Im Jahr 2013 schloss sie ihre Ausbildung mit einem „Bachelor of Music“ erfolgreich ab. Während des Studiums belegte sie zwei Semester am „Birmingham Conservatoire“. Hier spielte sie die Rolle der Annina in „Eine Nacht in Venedig“ und trat als Solistin in der Produktion der Oper „Il Trittico“ in Erscheinung. Im Ensemble der „Opernwerkstatt am Rhein“ ist sie seit 2014 tätig und spielet hier die Roller der „Schwester Bernadetta“ in der gleichnamigen Cross-Over Produktion. Sie wirkt als Solistin mit Musical- Repertoire auf der „MS-Amadea“ (ZDF-Traumschiff) .
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Florian Albers, 1992 in Haltern am See geboren, begann seine Klavierausbildung bereits mit sechs Jahren, seit seinem 14. Lebensjahr erhält er Gesangsunterricht.

Mit der Alternative-Rockband „Crunch“, mit der er 2009 ein Album aufgenommen hatte, gewann er als Rockband des Jahres 2010 den Jugendförderpreis der Stadt Haltern am See. Beim bundesweiten SCHOOLJAM 2012 zählte die Gruppe zu den 30 besten Schulbands Deutschlands.

Florian Albers absolvierte seine Ausbildung am Institut für Musik Osnabrück. Zu seinen Musicalrollen zählen u.a. Radames im Musical AIDA.

2016 und 2017 war er bei den Freilichtspielen Tecklenburg als Aramis in DREI MUSKETIERE und Sultan in ALADIN – Das Familienmusical zu sehen. Ende 2017 hatte er seine Premiere als Kaiser Karl V. in LUTHER – Das Poporatorium vor über 3.500 Zuschauern. Als Gesangsolist spielte er Ende 2016 sowie 2017 am KATiELLi Theater Datteln sowie wieder bei der Tournee DIE NACHT DER MUSICALS. Als Pianist und musikalische Abendleitung wirkte er bei Produktionen des Theaters Osnabrück, Minden sowie Boulevardtheatern mit. Florian komponiert Musik für zahlreiche Theater in NRW. Er war Finalist beim Bundeswettbewerb Gesang 2017.

Im Sommer 2018 konnte man ihn als Montparnasse/Prouvaire in LES MISERABLES sowie als Fahrenden Sänger in SPAMALOT bei den Freilichtspielen Tecklenburg erleben. Höhepunkt war eine große Rolle in DON CAMILLO & PEPPONE bei den Freilichtspielen Tecklenburg als Jesus. Ebenfalls im Sommer 2019 war er in DOKTOR SCHIWAGO und DSCHUNGELBUCH zu sehen.

Ab Dezember 2019 spielt er auch Lutz in LUDWIG 2. In Datteln spielt er bis Mai 2020 Till in WENN ROSENBLÄTTER FALLEN. Er leitet die Agentur Klang Poesie, die jährlich knapp 100 nationale und internationale Musikevents betreut.
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Die Vielseitigkeit und der Zauber der Musik haben Patrick Stanke sehr früh so sehr beeindruckt, dass er keinen anderen Gedanken mehr fassen konnte, als noch mehr von dieser scheinbar unendlichen Welt einzuatmen.

Seit seinem elften Lebensjahr steht er auf der Bühne und hat sehr viel Zeit in Theatern und Studios verbracht. Er hatte das große Glück Vieles im Theater ausprobieren zu können. Er lernte zu singen und zu tanzen, konnte das erste Mal einen Anzug und einen Hut tragen oder ein Kostüm aus den 30er Jahren anziehen. Er hatte mit 13 Jahren seinen ersten Schnurrbart, er war zwar nur angeklebt, aber er war mächtig stolz. All das waren Erlebnisse für ihn, die sein weiteres Leben maßgeblich geprägt haben.

Er konnte fechten wie die größten Ritter, er hat die Wüste durchquert, hat Länder erobert und Frauenherzen gebrochen. Er war Schriftsteller, Schneider, Ganove, Rocker und Ehrenmann. Er war adelig und kannte sich in Übersee aus. Er war der Geliebte einer Königin und der Sohn Gottes. Und trotzdem ist er doch immer irgendwie Patrick geblieben.

Leider wurde die Tour abgesagt! Es war einmal an Weihnachten…. Patrik Fichte und Navina Heyne

Leider wurde die Tour abgesagt und die Tickets können dort erstattet werden, wo sie gekauft wurden.

 

Es war einmal an Weihnachten ….

Warum hat Patrik Fichte eine indianische Trommel im Gepäck und Navina Heyne ein zu kurzes Kleid an?

Es war einmal an Weihnachten . . .
Eine Idee, ein Brainstorming und ein Feuer war entfacht, denn die beiden Künstler brennen für Ihr Weihnachtsprogramm! Während ‚Fichte‘ konsequent versucht, den Abend weihnachtlich zu gestalten, treibt ihn ‚Heyne‘ mit ihrer humorvollen, schnoddrigen Art schier in die Verzweiflung. – Ein buntes Programm, voller Kontraste!

Es war einmal an Weihnachten . . . unterhält das Publikum mit Texten, die sehr, lustig sind, und auch solchen, die nachdenklich stimmen, immer wieder untermalt von besinnlichen, komischen und schwungvollen Weihnachtsliedern, Evergreens und wunderschönen Duetten.

Die beiden Solisten, mit Unterstützung von Axel Goldbeck am Piano, führen ihr Publikum durch einen Abend, der mit Besinnlichem, Amüsantem, Ungewöhnlichem und Toleranz berührt. Ein sehr persönliches Programm, welches die Zuschauer mit einer klaren Message in die Weihnachtszeit entlässt. Ganz im Sinne des jahrhundertealten Weihnachtsgedanken. Leicht und virtuos, tiefsinnig und zeitgemäß.

Die Solisten

Patrik Fichte absolvierte sein Schauspielstudium in Hamburg. Es folgten Theaterengagements, zum Beispiel am Thalia Theater, dem Ernst Deutsch Theater in Hamburg und den Bad Hersfelder Festspielen.
Seit Mitte der 1990er Jahre arbeitet er vorwiegend für das Fernsehen. 1996 spielte er seine erste Hauptrolle in dem Film „Wind der Hoffnung“ unter der Regie von Rolf von Sydow. Viele weitere Fernsehfilme aus den „Rosamunde-Pilcher-, Inga-Lindström- und Im Tal der wilden Rosen-Reihen“ folgten. Im Kino war Fichte 2000 in der internationalen Koproduktion „Bonhoeffer – Die letzte Stufe“ zu sehen und 2009 in „Der Film deines Lebens“. Von 2000 bis 2002 spielte er als Henning von Anstetten in der ARD-Serie „Verbotene Liebe“. 2004 wurden Patrik Fichte und Tanja Wedhorn in der ZDF-Serie „Bianca – Wege zum Glück“ zum Traumpaar der ersten deutschen Telenovela. 2008 wurden beide für die Film-Reihe „Meine wunderbare Familie“ wieder vereint.
In der ZDF-Reihe „Kreuzfahrt ins Glück“ war er zehn Folgen lang als Hochzeitsplaner Daniel Bergmann zu sehen (2007 bis 2010). In der ARD-Telenovela „Rote Rosen“ spielte er die männliche Hauptrolle und führt hier nun seit Jahren Regie.

 

Navina Heyne ist in Berlin geboren und aufgewachsen. Sie studierte Gesang, Schauspiel und Tanz an der Bayerischen Theaterakademie August Everding in München. Direkt nach dem Studium war Navina Finalistin in der von Thomas Gottschalk moderierten ZDF-Castingshow MUSICAL SHOWSTAR.

Sie spielte Hauptrollen in deutschsprachigen Erstaufführungen wie ROCK OF AGES (Sherrie), BONNIE & CLYDE (Blanche) und SIDE SHOW (Daisy), außerdem in DRACULA (Lucy), SPAMALOT (Lady of the Lake) und CHESS (Florence). Für letztere wurde sie mit dem Roswitha-Ring ausgezeichnet.

Navina spielte in vielen bekannten Stücken, durfte aber auch im Laufe der Jahre Teil verschiedener Uraufführungen sein, u.a. das Rosamunde Pilcher Musical WECHSELSPIEL DER LIEBE, wo sie schon einmal zusammen mit Patrik Fichte auf der Bühne stand.

2012 war Navina Halbfinalistin in dem renommierten, internationalen Gesangswettbewerb der Kurt Weill Foundation in New York.

Die letzten 5 Jahre – The last five years – Musical

  • bei aktueller Inzidenzstufe I keine Maskenpflicht mehr im Außenbereich
  • kein Nachweis mehr von Impfung, Negativtestung oder Genesung
  • Abstand im Schachbrettmuster
  • Registrierung der persönlichen Daten im Zuge der besonderen Rückverfolgbarkeit

 

Die letzten 5 Jahre – The last five years
Musical von Jason Robert Brown

gewidmet M.V.

Der Schriftsteller Jamie und die Schauspielerin Cathy lernen sich kennen und lieben. Doch es nicht alles Gold, was zunächst verheißungsvoll glänzt: Von den Höhe- und Tiefpunkten ihrer fünfjährigen Ehe erzählt das Musical „The Last Five Years“.
Die Handlung beginnt mit den Erinnerungen aus der Perspektive von Jamie, der vom ersten Rendezvous über die Hochzeit bis zu ihrer Trennung zurückblickt. Im Gegenzug wird die Geschichte auch von Cathy geschildert, nur dass sie ihren Rückblick mit der Scheidung eröffnet und mit dem ersten gemeinsamen Abendessen endet.
Mit vielen Solonummern, darunter „Mooving Too Fast“ und „Climbing Uphill“, und Duetten wie „A Miracle Would Happen“ und einer sanften Musik, die den lyrisch-sehnsuchtsvollen Texten entspricht, schuf Jason Robert Brown ein Musicaljuwel über eine gescheiterte Liebesbeziehung zwischen Mann und Frau.

2014 verfilmt mit Anna Kendrick und Jeremy Jordan

mit

Tamara Peters

Florian Albers

Regie: Stefan Krause

musikalische Leitung: Theo Palm

Liedeinstudierung: Frank Oppermann